Kryptowerte sind digitalisierte Vermögensgegenstände, die für alle möglichen realen Werte stehen können. Das hat zur Folge, dass man viele Anwendungen und Funktionen unterscheiden muss und eine Vielzahl von ‚Coins‘ und ‚Token‘ unterschiedlicher Art zur Verfügung stehen. Aktuell gegen Ende 2025 wird allein die Zahl der inzwischen weltweit entstandenen Kryptowährungen (also Coins) auf über 20.000 geschätzt.
Tatsächlich existieren Kryptowährungen aber nur in digitaler Form und nicht als Bargeld. Jeder Kryptowert hat einen digitalen ‚Bauplan‘ bzw. eine Art Satzung, die als ‚Smart Contract‘ bezeichnet wird, Zweck und Funktionsweise des Werts definiert und Fragen klärt wie
- Wie entstehen neue Einheiten der Kryptowerts? Wie viele sind maximal zulässig?
- Für welchen Zweck wird der Wert erzeugt, was genau soll er abbilden?
- Wie werden Übertragungen geprüft, abgewickelt und dokumentiert?
- Kann die Satzung des Kryptowerts geändert werden, und wenn – wie?
Diese Aspekte sind für die Beurteilung der Werthaltigkeit und Solidität eines Kryptowerts ganz entscheidend.
Den Euro beispielsweise darf nur die Europäische Zentralbank als neues Bargeld ausgeben. Die einzelnen Geschäftsbanken können Buch- oder Giralgeld neu schöpfen, wenn sie Kredite ausgeben. Und Zahlungsvorgänge in Euro werden je nach Art unterschiedlich geprüft und dokumentiert: Die Trinkgeldzahlung im Café läuft technisch anders ab als Überweisungen oder Lastschrifteinzüge.
Die Gesamtmarktkapitalisierung aller Kryptowährungen allein(!) lag schon Anfang 2025 bei über zwei Billionen US-Dollar, Tendenz stark steigend. Es verschiedene Wege, mit Kryptowerten zu handeln oder vom Krypto-Boom zu profitieren:
| Währungshandel | Eine Kryptowährung lässt sich wie staatliche Währungen handeln. Ähnlich dem Devisenhandel werden Schwankungen von Wechselkursen genutzt, um den Wert zwischen Ankauf und Verkauf zu vermehren. Dabei gibt es hier keine Zentralbanken oder Finanzaufsichten, die die Geldmenge überwachen und intervenieren, um allzu große Kursunterschiede zu verhindern. Das gilt allerdings auch für viele konventionelle Anlagewerte und ist kein spezielles Phänomen der Kryptowährungen. |
| Krypto -Mining | Eine weitere Möglichkeit ist das oben bereits erwähnte Mining von Kryptowährungen. In diesem Fall generieren Teilnehmer des dezentralen Krypto-Netzwerks neue Einheiten einer Währung, die sie im Anschluss gewinnbringend verkaufen können. |
| Börse | Zudem gibt es verschiedene Möglichkeiten, über die Börse indirekt in Kryptowährungen anzulegen. So existieren entsprechende börsengehandelte, in Kryptowährungen investierte Werte (ähnlich den bekannten ETFs im Aktienmarkt) unter den Bezeichnungen ETN oder ETC. Sie erlauben auch ohne direkten Kauf der Kryptowerte, sich an ihnen zu beteiligen. 2020 wurde der weltweit erste Bitcoin-ETF in Brasilien auf den Markt gebracht. |
| Aktien | Darüber hinaus besteht natürlich die Möglichkeit, in Aktien von Unternehmen aus dem Kryptosektor zu investieren. Beispielsweise in die Bitcoin Group, die den Online-Handelsplatz bitcoin.de verwaltet. |
| ICO | Im Fall von Initial Coin Offerings (ICO) wird per Crowdfunding Kapital für die Neuemission einer weiteren Kryptowährung generiert. Das Kapital der Investoren wird dann in der neu geschaffenen Währung zurückgezahlt, wenn diese auf den Markt kommt. |

